Nicos Tafel

Gemeinsam kochen, gemeinsam essen, gemeinsam Spaß haben.

Nicos Tafel
(Illustration: Katja Berling)

Hintergrund:

Es gibt in Deutschland etwa 950.000 behinderte Kinder und Jugendliche. Rund 90 % von ihnen leben in ihren Familien. Eltern mit behinderten Kindern stehen vor einer besonderen Herausforderung, wenn sie ihr Kind nicht in einem Heim unterbringen wollen und sie stattdessen zuhause betreuen. Die Pflege der Kinder ist nicht nur eine enorme physische und psychische Belastung, sondern führt meistens auch dazu, dass die Eltern keiner „normalen“ beruflichen Tätigkeit nachgehen können und somit auf finanzielle Hilfe vom Staat angewiesen sind.

Aufgrund der begrenzten und für die angemessene Pflege des Kindes nicht ausreichenden Mittel geraten Familien mit behinderten Kindern nicht selten in finanzielle Schwierigkeiten und müssen oftmals Transferleistungen, wie „Hartz-IV“ in Anspruch nehmen. Wir alle wissen oder können zumindest erahnen, welche Lebensumstände sich dahinter verbergen.

Der gemeinnützige Verein „Nicos Farm e.V.“ möchte ab Februar für diesen Personenkreis eine sogen. „Tafel“ – „ Nicos Tafel“ einrichten. Jeweils sonntags soll dazu ein gemeinsames Kochen stattfinden. Um den Inklusionsgedanken zu forcieren, der auch bei allen anderen Aktionen und Projekten des Vereins im Vordergrund steht, sind auch andere bedürftige Familien mit deren Kindern herzlich eingeladen. Wobei sich der Begriff der Bedürftigkeit nicht am Geldbeutel orientieren soll.

Gemeinsam kochen, gemeinsam essen, gemeinsam Spaß haben.

Dabei sollen ausschließlich hochwertige Lebensmittel aus der Region und aus ökologischem Anbau verwendet werden. Schwerpunkt bei der Zubereitung soll eine gesunde und ausgewogene Ernährung sein. Selbstverständlich soll auch die vegetarische Küche im Speiseplan Berücksichtigung finden.

Ein weiteres Ziel des Zusammentreffens ist der rege Austausch mit den unterschiedlichen Lebenssituationen und ein Erfahrungsaustausch im Umgang mit Behörden, Krankenkassen und der Pflege im Allgemeinen. Dadurch soll dem Gefühl des „allein gelassen seins“ entgegengewirkt werden.

Wir sind Herrn Pastor Tobias Götting sehr dankbar, dass er uns das Gemeindehaus der Ansgar-Kirchengemeinde in Langenhorn zur Verfügung gestellt hat. Es gibt dort mehrere unterschiedlich große Räume, so dass wir mit Blick auf die noch unbekannten Teilnehmerzahlen variieren könnten.

Die „Eröffnungsparty“ findet am Sonntag, den 18. Februar ab 12 Uhr statt.

Veranstaltungsort:
Kirchengemeinde Ansgar, Gemeindehaus
Langenhorner Chaussee 266
22415 Hamburg
Barrierefreier Zugang über Wördenmoorweg

Wir freuen uns sehr, dass die Kabarettistin, „Teilzeitrebellin“, Psychologin, Songtexterin und Chansonette Turid Müller die Schirmherrschaft für „Nicos Tafel“ übernimmt. Danke Turid!

Turid Müller
(Foto:Torge Niemann)

Turid Müller: „Nico, Arnold und ihrem unermüdlichen Engagement fühle ich mich seit Jahren freundschaftlich und in der Sache verbunden. Zahlreiche Kooperationen ergaben sich vom ersten Moment an wie von selbst aus unseren Begegnungen. Ich ziehe den Hut vor den vielfältigen Aktionen und dem konsequenten Bemühen um etwas, das längst selbstverständlich sein sollte: Das gleichberechtigte Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung. Darum ist es mir eine Freude und Ehre, Schirmherrin dieses neuen Projektes zu werden! Und auch die Stoßrichtung des Projektes liegt mir sehr am Herzen:

Armut und Bedürftigkeit werden totgeschwiegen in diesen Tagen und betreffen dabei immer mehr Menschen. Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen und pflegende Familien sind in unserer Gesellschaft in besonderem Maße von Armut gefährdet. Darum halte ich die Tafel für eine notwendige Reaktion auf die politische Notlage. Dass sie sich dabei auch noch auf die Fahnen geschrieben hat, Ökologie und Soziales nicht gegeneinander auszuspielen, sondern auf gesunde, vegetarische und regionale Lebensmittel zu setzen – Chapeau!

Natürlich kann die Tafel nur ein Teil der Antwort sein. Mindestens genauso wichtig ist es, denen, die an der Tafel sitzen werden, von vorn herein die Wertschätzung entgegen zu bringen, die sie verdienen – auch materiell. Das große Ziel muss sein, eine Tafel unnötig zu machen. Und das erfordert ein Umdenken – nicht zuletzt bei den politischen Weichenstellungen. Auch dafür möchte ich mich stark machen.

Ich freue mich auf viele gemeinsame Erlebnisse bei der gemeinsamen Stärkung. Nach Kräften werde ich Nicos Tafel von der Bühne aus unterstützen.

Ich wünsche den „Rittern der Tafelrunde“ viel Erfolg und:
Guten Appetit!“

Anmeldungen sind unbedingt erforderlich:
Telefon: 0170 413 1404